Die Vorschläge lassen mich fassungslos zurück. Statt endlich konkrete Zahlen zu den geschätzten Kostenreduktionen vorzulegen, wird willkürlich der Rotstift angesetzt. Anders lassen sich die heftigen Kürzungen bei Prüfungsfragen und Anzahl an Fahrstunden nicht mehr erklären. Der Verkehrsminister greift massiv in die Qualität der Führerscheinausbildung ein. Der Effekt wird im schlimmsten Fall der gegenteilige sein: Noch mehr Durchfallquoten, die zu noch höheren Kosten führen werden. Besonders fahrlässig erscheint mir zudem, dass Fahrschüler:innen künftig bereits nach sechs Fahrstunden mit nahestehenden Personen am Straßenverkehr teilnehmen sollen – und das in einem Fahrzeug ohne zusätzliche Bremse oder sonstige Eingriffsmöglichkeit. Statt über verbindliche Lernstandskontrollen sicherzustellen, dass Fahrschüler:innen erst dann zur Prüfung antreten, wenn sie tatsächlich prüfungsreif sind, und so kostspielige Wiederholungsprüfungen zu vermeiden, werden zentrale Qualitätsstandards weiter abgesenkt.
Statement
Führerscheinreform: Rotstift statt Verantwortung
Swantje Michaelsen
1 min Lesezeit
11. Februar 2026
