Die vom Bundesverkehrsminister erarbeitete Führerscheinreform ist planlos, ineffizient und gefährlich. Ob und in welcher Höhe der Führerschein wirklich günstiger wird, ist mindestens fraglich. Gleichzeitig gerät die Verkehrssicherheit gehörig unter die Räder. Denn vor allem kürzt und streicht der Minister bei den Standards, u.a. mit pauschalen Kürzungen bei den Prüfungsfragen, den massiven Kürzungen bei den Pflichtsonderfahrten außerorts oder bei der Umstellung auf ausschließlich digitalen Theorieunterricht. Verpflichtende Lernstandskontrollen als Mittel zur Senkung der Durchfallquoten sucht man dagegen leider vergebens.
Grundsätzlich unterstütze ich eine zeitgemäße Fahrschulausbildung, die digitale Möglichkeiten sinnvoll nutzt. Doch diese Reform macht den Weg frei für eine Plattformwirtschaft – bei der wirtschaftliche Interessen eines einzelnen Unternehmens über Sicherheit und Ausbildungsqualität gestellt werden. Am Ende drängt sich daher nicht nur die Frage auf, ob diese Reform ihr Ziel verfehlt – sondern vor allem, wem sie tatsächlich nützt.
